Eine umweltfreundliche Fabrik

Bei Porsche Leipzig werden pro Jahr 17.000 Tonnen CO2 gespart

Porsche-Werk Leipzig Foto: © Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Das Porsche-Werk in Leipzig ist eine der nachhaltigsten Automobilfabriken der Welt. Verankert ist diese Tatsache bereits per Definition im Umwelt-Managementsystem des Unternehmens, mit dem auch im Bereich der Produktion die Ziele verfolgt werden, Ressourcen zu schonen, Energie generell effizient zu nutzen und die Umwelt durch weniger CO2-Emissionen und ein geringeres Aufkommen von Stoffen wie Lösungsmitteln und Abfällen zu schonen. Wegweisend setzt Porsche diese Ziele mit dem Werk Leipzig in greifbare Erfolge um.

Dank neuer und innovativer Technologien wird Porsche die jährlichen CO2-Emission im Vergleich zu konventionellen Werken um nahezu 17.000 Tonnen reduzieren. 

Energieeffizienter Karosseriebau

800.000 kWh Strom pro Jahr gespart. Die Energieeffizienz der neuen Anlage wird durch eine auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 880 kWp optimiert. Sie soll pro Jahr bis zu 800.000 kWh Strom via Sonnenkraft erzeugen – das entspricht dem Jahresstromverbrauch von mehr als 150 westeuropäischen Vier-Personen-Haushalten.

Parallel spart Porsche wo immer möglich Energie ein. So reduziert im Karosseriebau eine neu konzipierte Kühlung der Roboter-Schweißzangen den Stromverbrauch um jährlich mehr als 365.000 kWh.

Nachhaltig gesteuerte Lackiererei

Elektrostatisches Abscheidesystem für Lösungsmittel. In der Lackiererei sorgt ein elektrostatisches Abscheidesystem dafür, dass die im Lacknebel enthaltenen Emissionen auf ein Minimum reduziert werden. Roland Töpfer, Leiter der Lackiererei, erklärt, wie das Verfahren funktioniert: „Die herkömmliche Abluftreinigungstechnik sieht so aus, dass die Lösungsmittel über eine technische Abluftreinigung verbrannt werden und die gereinigte Luft über das Dach abgegeben wird. Leipzig dagegen arbeitet nach einem nasschemischen Prinzip. Bei uns wird die Luft durch eine Chemie geschickt, die die Lösungsmittel bindet. Im nächsten Schritt werden die Lösungsmittel dann wieder von der Chemie getrennt, auf diese Weise zurückgewonnen, in einem Tank gesammelt und so zur Weiterver wendung bereitgestellt. Zum ersten Mal haben wir das in der kleineren Porsche- Lackiererei in Zuffenhausen gemacht.

Es ist ein Novum in der Automobilindustrie, dass dieses Verfahren in Leipzig nun zum ersten Mal für eine Großserienanlage zum Einsatz gebracht wird.”

Partikel werden mit Kalksteinmehl einfangen und zu Zement verarbeitet. Doch es gibt noch weitere Stoffe im Lacknebel, die nicht unkontrolliert ins Freie entkommen sollen: überschüssige Lackpartikel. Und auch hier setzt Porsche auf eine Innovation.

Roland Töpfer: „Unter der Lackierebene mit den Lackierrobotern befindet sich das ganze Abscheideverfahren. Hier wird die lackbeladene Luft durch eine Steinmehlwolke geführt. Dort werden dann die harten Partikel, die Lackpartikel, aus der Luft herausgeholt. Die Steinmehlreinigung ist also für die Festkörper zuständig.“ Das Steinmehl mit den dort fest eingebundenen Partikeln wird zu Zement. Lackiererei-Chef Töpfer: „Die Zementindustrie stellt das Steinmehl bereit. Wir beladen es mit Lackpartikeln und die Zementindustrie nimmt es wieder auf, bindet es in ihre Prozesse ein und macht daraus Zement.”

Bei der Trockenabscheidung mit Kalksteinmehl werden weder Wasser, Chemikalien noch zusätzlicher Strom benötigt. „Die Absauganlage für die Partikel und das Steinmehl“, so Roland Töpfer, „ist gigantisch groß“. Pro Stunde wälzt die Lackiererei 2,3 Millionen Kubikmeter Luft – als Zu-, Ab- und Umluft – um. Eine Million Kubikmeter davon werden durch die Steinmehl-Filteranlage geschaufelt. Wir arbeiten dabei mit Druckluftstößen:

Die Luft nimmt das Steinmehl durch diese Stöße mit nach oben und leitet sie so in Luftkanäle mit speziellen Filterplatten; daran lagert sich das Mehl ab. Dann kommt ein erneuter Druckluftstoß und transportiert die Luft so wieder nach unten in Auffangbehälter.” Wegweisend ist die Lackiererei auch generell im Hinblick auf die für den Betrieb der Anlage eingesetzte Energie: Porsche nutzt hier die Abwärme eines direkt neben dem Werk angesiedelten Biomassekraftwerkes.

Diese sogenannte Holzschnitzelfeuerungsanlage ist über eigens verlegte gigantische Leitungen mit der Lackiererei verbunden. Via Kraftwärmekopplung wird in dem Kraftwerk durch die CO2-neutrale Verbrennung von nachwachsenden Resthölzern aus nachhaltig betriebener Waldwirtschaft elektrischer Strom erzeugt und die Abwärme als Prozessdampf oder Heizwärme nutzbar gemacht.

Das Biomassekraftwerk versorgt parallel das sogenannte Güterverkehrszentrum Leipzig (GVZ) mit Fernwärme – ein Areal, auf dessen Fläche neben vielen mittleren und großen Unternehmen auch die Porsche Leipzig GmbH und wichtige Zulieferer des Werkes angesiedelt sind.

Fakt ist: Durch diese nachhaltige Allianz werden 80 Prozent des Wärmebedarfs der Lackiererei CO2-neutral gedeckt. Folge: eine Reduzierung der CO2-Emissionen um mehr als 8.000 Tonnen pro Jahr. 

Zurück