Wertschöpfung von der Küste bis ins Hinterland

Offshore-Windenergie - der „Saubere Strom“

Offshore-Standort Sassnitz; Quelle: Fährhafen Sassnitz GmbH

2014 ist ein wichtiges Jahr für die Energiewende in Deutschland. Mit der Novellierung des Erneuerbare- Energien-Gesetzes wurden die für die Branche so wichtigen Rahmenbedingungen und Ausbauziele festgelegt. Eine entscheidende Säule für das Gelingen der Energiewende wird zukünftig die Offshore-Windenergie sein. Bis die Anlagen auf See errichtet werden, ist es ein langer Weg, bei dem die Seehäfen eine wichtige Funktion einnehmen. Diese haben in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um die entsprechende Infrastruktur zu schaffen. Ein Beispiel ist der Fährhafen Sassnitz auf der Ostseeinsel Rügen.

Ende letzten Jahres wurde das Offshore-Terminal mit der zugehörigen Infrastruktur fertiggestellt. Riesige Flächen von rund 100.000 Quadratmetern sind entstanden, eine Offshore- Lagerhalle und eine temperaturgeführte Montagehalle wurden gebaut. Das aktuelle Windpark-Projekt, das von Rügen aus realisiert wird, ist „Baltic 2“ von EnBW. Es umfasst insgesamt 80 Anlagen und soll bis 2015 fertiggestellt sein. In Sassnitz werden die Komponenten zwischengelagert, vormontiert und anschließend mittels Installationsschiff ins Baufeld verbracht und errichtet. Der Windpark soll sauberen Strom für rund 340.000 Haushalte liefern.

An der Realisierung jedes einzelnen Offshore-Projekts sind tausende von Menschen beschäftigt, aber nur ein Bruchteil davon direkt in den Häfen. Die Wertschöpfung reicht bis weit ins Hinterland. Es sind neben den Produzenten der Komponenten und Technik vor allem die Logistiker, die eine Schlüsselposition einnehmen. Um den geplanten Bau der Windparks zu einem Erfolg zu führen, ist die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten unerlässlich. Ein Beispiel dafür ist die seit 2013 bestehende Kooperation zwischen dem Fährhafen Sassnitz und dem Netzwerk Logistik Leipzig-Halle, von der beide Seiten profitieren.

Nach EnBW wird das spanische Energieunternehmen Iberdrola die Fläche in Sassnitz übernehmen. Hinzu kommen noch zwei weitere Vorhaben, die von Rügen aus realisiert werden sollen. Der Energiekonzern E.ON plant das Projekt „Arkona Becken Südost“, das bereits genehmigt ist und rund 35 Kilometer nordöstlich vor der Insel Rügen gebaut werden soll. Komplettiert werden die bisherigen Planungen für Windparks von der KNK Wind GmbH. „Arcadis Ost 1“ erhielt Anfang Oktober die Genehmigung. 

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