Big Data in Business

Über 50 Teilnehmer sorgen für einen gut gefüllten Raum bis zum letzten Vortrag von Hans Henning Gabriel von der Datameer GmbH Quelle: Uni Leipzig

Die Potenziale und Lösungsansätze zur Nutzung von Big Data Technologien waren Gegenstand
des 2015 erstmals ausgerichteten Industrie-Workshops des in Leipzig und Dresden angesiedelten Big-Data-Kompetenzzentrum ScaDS Dresden/Leipzig. Referenten von regionalen und überregionalen IT-Unternehmen (u.a. SAP und T-Systems) gaben Einblicke in Problemstellungen aus der Praxis.

1. Workshop an der Universität Leipzig

Von Dr. Eric Peukert

Im Begleitprogramm demonstrierten Wissenschaftler der Universität Leipzig  Prototypen von ersten Forschungsergebnissen des Big-Data-Kompetenzzentrums. Der Workshop richtete sich an Interessierte an Big Data Technologien, insbesondere aus Unternehmen, mit denen auch bereits begonnenen Kooperationen des Kompetenzzentrums vertieft und ausgedehnt werden konnten. Für die über 50 Teilnehmer wurde dieser Freitag der 13. – entgegen dem Volksglauben – ein guter Tag. In spannenden Vorträgen und Diskussionen wurden verschiedene technische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Perspektiven für die Verarbeitung, Auswertung und Nutzung großer Datenmengen thematisiert und diskutiert.

Nach der Eröffnung durch den Workshop-Leiter Prof. Rahm und der Darstellung neuer Trends im Big Data-Umfeld durch Dr. Peukert von der Universität Leipzig, bekamen die Referenten aus der Wirtschaft das Wort.

Dr. Mattingley-Scott von IBM Deutschland GmbH zeigte anschaulich die tiefgreifenden gesellschaftlichen Auswirkungen datengestützter Geschäftsmodelle, gab aber auch Einblicke in die Nutzung neuer Technologien wie IBMs Watson für medizinische Anwendungen. Dr. Kirsche von der GfK berichtete den Teilnehmern von der Umsetzung einer Big-Data/Smart Data Architektur für die Marktforschung und zeigte, dass die GfK bereits ein Vorreiter datengetriebener Wertschöpfung ist. Dr. Jerzak vom SAP Innovation Center Network stellte eine Vision der zukünftigen Wissensarbeit vor die, mit den Trend Deep Learning großen Veränderungen unterliegen wird. Am Beispiel datengestützter Personalauswahl konnten die Teilnehmer verstehen, warum künftig deutlich mehr Frauen im Assessment für Entwicklerpositionen ausgewählt und eingestellt werden.

Nach der Mittagspause und einer ersten intensiven Diskussionen unter den Teilnehmern, drehte sich in der Präsentation von Herr Schmeißer von der mgm technology partners GmbH alles um Zeitstempel und die Sicherstellung reproduzierbarer Ergebnisse in Datenanalysen. Im Anschluss daran erläuterte Herr Stumpfegger von der CID GmbH anschaulich, welchen Stellenwert die Analyse unstrukturierter Textdaten, bspw. aus Nachrichtenmeldungen, in der Verarbeitung von Big Data spielen wird, inklusive einer ansprechenden Live-Demonstration.

Herr Fabritius von der T-Systems Multimedia Solutions berichtete über häufige Fragestellungen der Kunden im Rahmen von Big-Data-Projekten und gab hier die entsprechenden Antworten. Weiterhing gewährte er aufschlussreiche Einblicke und Perspektiven für die Nutzung von Predictive Analytics.
Den Abschluss bildete die Präsentation von Herrn Gabriel (Datameer GmbH) über ein Werkzeug zur Verknüpfung anwendernaher Excel-ähnlicher Interaktionstechniken mit skalierbaren Big Data Auswertungsmethoden.

Nach dem eigentlichen Workshop-Programm zeigten junge Wissenschaftler Forschungsprototypen aus den Bereichen Internet of Things, Datenintegration, Graphdatenanalysen und Wirtschaftsinformatik, die im ScaDS-Zentrum und den zugehörigen Lehrstühlen entstanden sind. Daneben wurde bei Kaffee und Kuchen in freundlicher Atmosphäre intensiv über Inhalte der Vorträge, Poster und Kooperationsmöglichkeiten diskutiert.

Die sehr positive Resonanz von Referenten und Teilnehmern ermutigt uns im nächsten Jahr eine Fortsetzung des Workshops zu planen und dieses Format zu einem festen Bestandteil in den Veranstaltungen des Big-Data-Kompetenzzentrums zu machen.

Das Big-Data-Kompetenzzentrum ScaDS (Competence Center for Scalabale Data Services and Solutions) Dresden/Leipzig, wird seit Oktober 2014 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es adressiert unterschiedliche Forschungsschwerpunkte, u.a. zur Integration heterogener Daten, Wissensextraktion und visuellen Datenanalyse. Neben verschiedenen wissenschaftliche Anwenderbereichen (u.a. Lebenswissenschaften und Digital Humanities) werden auch die Herausforderungen in der Wirtschaft adressiert. Ein Servicezentrum hilft die Arbeiten zu koordinieren und steht für Anwender und Interessenten verschiedener Fachdisziplinen und Branchen als zentrale Anlaufstelle zur Nutzung von Big-Data-Technologien zur Verfügung. Durch den Aufbau des Servicezentrums und die Entwicklung von Big-Data-Diensten soll eine langfristige Sichtbarkeit und Nachhaltigkeit des Kompetenzzentrums erreicht werden.
 
 

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